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Was sind Haiku?
Haiku sind Kurzgedichte. Ihre besonderen Merkmale:
Kürze: Sie werden meist in drei Zeilen gesetzt.
Gegenwärtigkeit: Sie sind in der Gegenwart. Wenn andere Zeiten vorkommen, dann sind es Erinnerungen oder Zukunftsfantasien, die jemand in der Gegenwart hat.
Konkretheit: Haiku stellen ein Erleben konkret dar, sinnlich miterlebbar, sie reden nicht abstrakt über die Welt, sondern zeigen sie.
Offenheit: Nach dem Lesen sollte ein Nachhall, etwas Ungesagtes, offen Gelassenes bleiben.
Endreime und Überschriften gibt es nicht.
Impressum
Haiku heute ist ein Projekt zur Förderung des deutschsprachigen Kurzgedichts. www.haiku-heute.de erstellt Monatsauswahlen eingereichter Texte. Die Jahrbücher versammeln davon die interessantesten Verse jedes Jahres, ergänzt durch nur für das Jahrbuch eingereichte Haiku auch aus anderen Quellen.
Edition Blaue Felder, Volker Friebel,
Denzenbergstraße 29, 72074 Tübingen (Deutschland)
www.volker-friebel.de
Herstellung und Verlag: epubli, Berlin / Edition Blaue Felder, Tübingen.
Redaktion, Gestaltung, Foto (Brockenbahn): Volker Friebel
Lektorat: Elisabeth Menrad
Veröffentlicht: Mai 2026
Alle Rechte liegen bei den Autoren.
Zum Buch
Das Haiku-Jahrbuch erscheint seit dem Jahr 2003. Ziel ist es, Herausragendes aus dem Strom der geschriebenen und veröffentlichten Texte festzuhalten und damit ein Gedächtnis des deutschsprachigen Kurzgedichts aufzubauen und zugänglich zu machen.
Die vorliegende Ausgabe des Jahrbuchs enthält 663 Haiku von 163 Autoren, die im Jahre 2025 geschrieben oder erstmals veröffentlicht wurden. Sie stehen als gute Beispiele für die Bandbreite des deutschsprachigen Kurzgedichts.
Diesem Text folgt der Hauptteil des Buchs, mit den aufgenommenen Kurzgedichten, aufgeführt unter den alphabetisch gesetzten Autorennamen. Diese Texte stammen vor allem aus der Netzpräsenz „Haiku heute“, die monatlich eine Auswahl erstellt (eingereicht wurden dort 2025 über 6.500 Texte, davon veröffentlicht 1.082), außerdem aus den Publikationen der Deutschen Haiku-Gesellschaft (Vierteljahresschrift „Sommergras“), aus dem halbjährlich erscheinenden „Chrysanthemum“ sowie aus direkt für dieses Jahrbuch eingereichten Texten.
Es folgt ein Sonderbeitrag: sechs Tan-Renga (zweigliedrige Kettengedichte) als Beispiele für die Möglichkeit, gemeinsam zu dichten.
Ein letztes Kapitel, „Das Haiku-Jahr“, skizziert den Stand und die Entwicklung im deutschsprachigen Kurzgedicht 2025.
Am Schluss steht das Autorenverzeichnis.
Alle Texte wurden von Volker Friebel ausgewählt, kritisch unterstützt durch Elisabeth Menrad. Prosa ohne Verfasserangabe stammt von Volker Friebel.
Allen Menschen, die Texte eingereicht haben, unseren Dank für ihre Beteiligung, auch wenn nicht alle Beiträge aufgenommen werden konnten. Wir versuchen bei der Auswahl eine möglichst breite Auffassung von Haiku gelten zu lassen. Trotzdem werden immer wieder auch Texte abgewiesen, die eigentlich gut sind – weil sie Haiku aus vergangenen Jahren ähneln, weil sie zu lang oder zu kurz erscheinen, weil ihnen wichtige Merkmale eines Haiku fehlen, so Gegenwärtigkeit und Konkretheit, oder weil sie sprachliche Probleme aufweisen. Jeder nicht aufgenommene Text kann durch Überarbeitung gewinnen.
Alle Verse zeigen Aspekte der Welt und des Menschen in ihr. Dass diese Welt für jeden von uns und für alle Wesen eine sehr verschiedene ist, kann uns bereichern. Im Frühling, in der Freude – doch auch im Leid und im Winter.
Haiku
Elena Abendroth
unter der Seilbahn
die Schatten der Gondeln
kommen später
Ostern
ich nehme den Hasen mit
auf den Schlitten
ihr Leben erzählt
die fremde alte Frau mir
Schmetterlingsbesuch
Sylvia Bacher
nach der rasur
wieder sichtbar – das grübchen
in seiner wange
sekundenschlaf
ein verirrter tintenstrich
in der mitschrift
Marita Bagdahn
Klavierkonzert
ein Kind im Publikum
macht Fingerspiele
Nach der Wahl
noch all die Versprechen
auf den Plakaten
Rabattschlacht
am Black Friday – ich spare
alles
Wahlkabine
im Eck
hockt die Spinne
Christa Beau
Abschied
in meinem Taschentuch
der Schmerz
im Restaurant
ein Grieche serviert auch
sein Lachen
laute Sirenen
im Ambulanzauto
bin ich
Daniel Behrens
Förmchenspiele –
die Kleine gibt ihm
ihren Sandkuchen …
Blindes Kind:
„Ich sehe was,
das du nicht siehst!“
Kurz vor dem
Abendmahl –
mein knurrender Bauch
Mund-Kommunion –
die Nikotinhände
des Priesters …
Auf der A4 –
das Rehkitz
geblitzt …
Reinhard Berg
Noch führt keine Spur zum Gartentor
Wintermorgen
Martin Berner
Herbstpark im Nebel
aber sie weiß
um die Farben
Raunächte
sie bittet den Wäschetrockner
um Verzeihung
die Meise
am schwankenden Zweig
ihres Liedes sicher
erster Schultag
der Opa rechnet ob er
das Abi noch schafft
Vater im Krieg
auf den Fotos in Polen
lachen sie alle
morgens Schnee schippen
ein Autoradio plärrt
heat me up
wieder ein Terroranschlag
sie hat Angst vor den Reden
der Kollegen
Treffen der Parteiveteranen
die Nelken
verwelkt
der Befund
sie sucht Rat
beim hinfälligen Apfelbaum
Märzvogelsang
das Eis um sein Herz
schmilzt ein bisschen
Lidwina Bilgerig
Marienlied
dann
grosse Stille
Christof Blumentrath
Vorstadtblues
zwischen Lupinen und Klee
Wodka Gorbatschow
Tony Böhle
kennen kein Entkommen …
Kerle in der Kumpelzone,
Goldfische im Glas
Boryana Boteva
die alte Sonnenuhr
hat ihren Schatten verloren
Ich vergesse, wer ich bin
Der Fluss
schlängelt sich langsam dahin
Zeit für Vergebung
Adrian Bouter
Schachbrettblume
der Schmetterling bemerkt
dich auch
Atlasgebirge Hassan hackt Holz
Sommerwein
die Scherben einer Flasche
zerstreuen den Mond
Ostermorgen die Stimme des Gärtners
unzählige Sterne …
das transparente Kondom
auf dem Parkplatz
Solarpaneele –
in den Zypressen
das letzte Licht
Claudia Brefeld
Erdüberlastungstag –
ihr Blick verfängt sich
in den Wolken
von Horizont
zu Horizont
mein Weg durch den Schnee
Brigitte ten Brink
bleischwer die Luft –
am Rand des Wanderweges
Bunkerreste
Inselhochamt
Orgeltöne fluten
das Kirchenschiff
Vorfrühlingstag
noch ungekämmt das Gras
auf den Wiesen
Ralf Bröker
ein Tag ohne News
die Hände in der Erde
meiner Beete
im Coupé
über die Ampel
welche Farbe hat das Leben
erster Frost
wie du Sahne gießt
in unseren Tee
grauer Wintertag
selbst die Schatten der Zwerge
unsichtbar
komm schnell
der Himmel
so rot
so unfassbar rot
Herr!
Ich betrinke mich bei Bach
und deiner Nähe
mein Auto zugefroren
das Seitenfenster
dein Liebesbrief
Heiner Brückner
Morgenduft
er trägt noch reife Äpfel
mit achtzig
Flugverkehr
ein Vogelschwarm landet
im Triebwerk
Sonnengesang
Durch die offene Tür
gurren Tauben
Walserhaus Gurin
zwischen steinernen Ziegeln
die Seelenluke
Stefanie Bucifal
Novemberlicht
zweigschmal die Schatten
deines Schweigens
Pitt Büerken
der alte Kotten
bis er ein Schmuckkästchen ist,
bleibt viel zu tun
Windräder im Meer
Fische jagen die Schatten
der Rotorblätter
die Katze
sie spielt mit den Schatten
des Mobilés
Karaoke
meine Stimme klingt
mir fremd
Schienenstrang
zwischen den Schwellen
die Blaue Blume
Christian W. Burbach
Jahreswechsel
die Fruchtfliege klebt am Fenster
wie ich
Juniabend
früh zu Bett gegangen
auch die Träume
Kerstin Burkart
Zwei Ohren schweben
Durchs Gras wie von Zauberhand
Kätzchen auf der Jagd
Gabi Buschmann
Wintermorgen –
die Sonne weckt den Frühling
in mir
Ingo Cesaro
Später Nachmittag.
Der Wanderer hetzt hinter –
seinem Schatten her.
Umgedrehtes Glas.
Ein wild flatterndes Insekt –
verwirbelt Stille.
Cezar-Florin Ciobîcă
Kirschblüten …
Mutter nennt mich beim Namen
eines Engels
feuerwerk
der große wagen
voller blumen
altes Schlachtfeld
immer mehr
Mohnblumen
erster Schneefall
die Besucher verlassen
die Kunstgalerie
tropfende Eiszapfen …
die letzten Momente
mit meinem Vater
Polarwind …
ich verlasse das Altenheim
mit Vaters Stiefeln
Flüchtlingslager
die Schneemänner tragen
Militärhelme
Herbstfarben
Mutter färbt ihre Haare
knallrot
Knospen überall
die Friedensgespräche
noch unfruchtbar
Flohmarkt
das Lied der Amsel
ohne Preis
Beate Conrad
Digitale Front
lang der Weg durch das Labyrinth
unserer Kriege
im regen lauschend dem meer
fast gesättigt das
Dunkel zwischen den Menschen
Novemberneumond
streuen den Duft des Himmels aus erste Veilchen
warmer Regen
tanzend erreicht mich
der Himmel
singend losgeradelt im Regen ein Sonnenstrahl
wie die Brise durch die Gräser streicht Mittsommernacht
Neujahrssonne der Pfau öffnet seine Augen
deckt leise
die Spuren des Kinderstreits zu
erster Schnee
wo Unendlichkeit beginnt Sterne aus Schnee
Zorka Čordašević
Vollmond
in der klaren See
laichen die Fische
Abenddämmerung
das Kind auf die Straße
im leichten Nebel
Das erste Blatt fällt
ein langer Weg voraus
alter Freund
Es schneit
der Trauerzug bewegt sich
jemand singt in der Ferne
Mädchen eilt
zur Quelle
wäscht ihr Gesicht
Ostermorgen
Großmutter am Tisch
wischt ihre Brille
Sonnenuntergang
die Schatten in Omas Haus
werden länger und länger
Björn Dahlke
Hastige Schritte
ein Kind zählt die Rollkoffer
unter der Uhr
Maya Daneva
aschengrauer Himmel
die Unruhe
der Raben
Bergschmetterlinge beobachten –
plötzlich der Drang
Tanzen zu lernen
Chemotherapie-Infusion …
ich zähle die Tulpen
auf der Krankenhaustapete
beim Warten
auf die Osternachtsmesse
erster Mückenstich
Einsamkeit
die Löcher der Felsen
die die Flut nie füllt
allein
nach der Beerdigung
Magnolienknospen
Stadium vier
alle Zugvögel
sind verschwunden
durch den Hospizgarten
in Gedanken verloren …
erste Schneeflocken
nach Papas Beerdigung …
meine Schwester und ich lesen
seine Bucket-List
Trauerfeier unter freiem Himmel …
Kirschblüten fallen
über Mamas Gesicht
bevor wir darüber sprechen
was das Paradies ist …
diese Schale reifer Feigen
Reinhard Dellbrügge
Bierdosen
auf dem Kassenband – der strenge Geruch
des Stadtstreichers.
Plaudern
am Dorfbach – zwei Jungen führen
ihre Pferde zur Koppel.
Raue See –
Welle um Welle und keine
hinterlässt eine Spur.
Spätherbstabend –
am frisch gebackenen Brot
die Hände wärmen.
Strauchschnitt.
Ich beobachte ein Rotkehlchen
das mich beobachtet.
David Dentel
Einkaufsmeile
sie bettelt
mit den Tauben
Frank Dietrich
als streckte ein Kind
seine Hand nach mir aus
erster Schnee
wie es mich durchzuckt
nach dem Spatenstich
2 halbe Regenwürmer
heimlich berühre ich
deine Hand, die mich
heimlich berührt
novembertag
ein teil des grau
bin ich
endlosverschneiteweite
die worte laufen
ins leere
Sternenhimmel
heute Nacht bin ich
Juwelier
in der Psychiatrie
ich suche
ein Jahreszeitenwort
Sandrino Dinter
Sonne und Kippen –
die Katze schließt die Augen
unterm Müllwagen
Kirsten Döbler
Zusammengetrieben
von einem Hütehund
die Wandergruppe
Klassentreffen
die besten Freundinnen
erkennen sich nicht
Hildegard Dohrendorf
Tour de Montmartre
der Farbklecks des Straßenmalers
noch nicht trocken
Heizungsausfall
die Fenster im Lokschuppen
voll Eisblumen
Abendmahl
Brot und Wein
und meine Zweifel
Bernadette Duncan
endlose wohnblocks wild
gewachsene birken am fenster
ein kind
als ich endlich
ohne Stützräder fuhr …
Mondfinsternis
den Brief noch in der Hand
tritt sie ans Fenster –
Wildgänse!
wo der Baum aufhört
und der Himmel beginnt
Blütenwolken
erster Mai
die T-Shirts des Schornsteinfegers
im Kirschblütenwind
ganz oben im Weinberg
zwei Kinosessel die
Landschaft betrachtend
goldene pappeln
am teich der wind dichtet den
himmel hinein
karteln mit enkel wie schön zu verlieren
nachdenklich dreht sie
das Glas Wasser in der Hand
Tagmond
Sommerfest
sie hängt Lampions auf
für die Verstorbenen
nach dem Geburtstag
betrachtet sie sich lang im
Puppenhausspiegel
sternennacht die unwichtigkeit der abstände
beim sortieren die
schatten von den abschieden
trennen … waffelduft
was uns trennt ist
was uns verbindet
schritte im nebelwald
von Taufe bis Beileid …
der Kartenständer hört nicht auf
sich zu drehn
Claudia Dvoracek-Iby
trotz allem
den herzförmigen Stein
aufheben
Xaver Egert
Amselflug
überm Wintergarten.
Lidschlag.
Bettina Engel-Wehner
alt geworden …
das erste Auto
plötzlich ein Oldtimer
Vorweihnachtszeit
auf der Autobahn sechsspurig …
die Lichterketten
frostiger Hauch des Winters:
Eisfedern …
Vöglein dicht an dicht
sehnsucht nach frieden
ich lausche der wärme
des fallenden schnees
Heimatdorf –
wo der Bäcker war …
ein ambulanter Pflegedienst
Morgentau
auf den Wiesen … Glitzern –
gefallene Sterne
der Ruf einer Krähe
lautlos
im Sturm
fliederduft
er fasst ihre knöcherne hand –
ein neuer frühling
Sonnenuntergang –
lauschen
dem Flüstern der Farben
Amadea Felber
abgeschlossen
ich hämmere an die Türe
bitte tu dir nichts
Hartmut Fillhardt
Dieses Fliegengesumm
In der Küche
Dieser Suppenduft
Günter Fitzke
erstes Schneegestöber
die Tür gegenüber
ging noch nie auf
Brigitte Flicke
Fremde Heimat.
Auf glattem Marmor
ihre Namen.
Gerda Förster
am Ende der Buhne
das Meer kommt und geht
mit seiner Asche
Christiane Freimann
Päonie
tausend rote Zungen fallen
Pfingsten
Vielliebchentag
Kunstlichttrösterchen
Gnadenpanier.
Zu verschenken
Puppe Pia schaut ihr
aus dem Puppenwagen nach.
Trauerzug
eine Feuerwanze kreuzt
von rechts nach links.
Geisterbahn
Nicht bremsen!
Car wash.
Totenfürsorgeverfügung
Mondfinsternis
Biberratte.
Ulf und sein Garten
korrigiert ihn immerzu
Nun im Liegestuhl.
Zum Gedenken
an jüngst Verstorbene
tanzen, tanzen, tanzen.
Volker Friebel
Alte Lieder …
Von all den vergossenen Tränen
blieb Salz.
Auf der Reeperbahn –
in einer dunklen Pfütze schimmern
Blüten.
Endlos fallendes Licht –
jemand übt Orgel.
Wo Hemingway soff,
leere Gläser. Der Kellner nimmt
eine Bestellung auf.
Spanien, Pamplona, Café Iruna
Santiago.
In den Staub getreten die Feder
einer Taube.
Spanien, Santiago de Compostela
Frauen flanieren.
Eine Zikade zirpt vom einzigen
Sommer.
Ertrunkene Bäume.
Ein Fisch schlüpft zwischen Zweigen
von Blau zu Blau.
Bibliothek
im Schiffssalon – Wildenten
flattern vorbei.
Ivan Georgiev
endloser Sommer
die Sammlung von Reiseführern
eines Obdachlosen
Erinnerung an die Zeche
sie zeichnet mit Kohle
ihren Großvater
Helga Maria Gorfer
Morgenlicht – langsam
öffne ich die Schiebetür
zum Holunderduft.
Blauregenblüten –
im Wind hebt und senkt sich
ein Sonnensegel.
Ein Windstoß im
Nussbaum – lauter als sonst
fallen Blätter.
Das Tal liegt im Schnee –
als ich die Augen schließe,
geht der Traum weiter.
Alexander Groth
sommersonnenwende
sie zeigt mir ihre neue
narbe
auf der schaukel
der schmetterling in ihrem haar
schwingt mit
psilocybin
an meinen armen entlang
klettern rosenblüten
der mond
in ihrem glas
halb voll
dorffest
unter den sternen liegend
in fremder kotze
straßenkreide –
das flüchtlingskind malt sich
einen freund
freispiel
sie führt ihre barbiepuppen
an den altar
familienpicknick
die kleinste
umsummt den honig
im tierheim
sie benennt ihn
nach ihrem mann
mistelstrauch
er küsst
ihre glatze
valentinstag –
an ihren spind schreibt jemand
das wort „hure“
sommerferien
die dorfkinder schießen
auf straßenkatzen
an der u-bahn-station
er wirft ihm eine münze
in den kaffee
auf ihrer schulter
sein name
überstochen
stadtbummel
die kleinste erspäht
das fixbesteck
großstadtleuchten –
ich suche nach sternen
zwischen den flugzeugen
taufe
sie reicht dem pfarrer
ihre puppe
strandtag
die kleinste sammelt
kippenstummel
vogelzug –
aus dem krieg
in den krieg zurück
unterm mistelzweig
meine freundin küsst
die katze
Hitzeflimmern –
sie leckt sich seinen Schweiß
von den Lippen
leuchtkäferflug
der jüngste greift
nach den sternen
Ruth Guggenmos-Walter
der weiher taut
spannungsrisse
urtöne …
gefrorener weiher –
in schlittschuhspuren
blinkt sonnenlicht …
Silke Habig
Stadtbummel
im Schaufenster treffen sich
zwei Augenpaare
Taiki Haijin
Après-Ski-Bar
sein Ausweis liegt draussen
im Kunstschnee
Morgenröte
am Hochzeitstag weckt mich
der Staubsauger
Claus Hansson
Regensinfonie
monoton im Hintergrund
blinkt ein Drucker
Grabpflege –
ein bisschen reden
im Frühlingsduft
Wintereinbruch −
er wartet noch immer
auf ihren Brief
Gabriele Hartmann
fallender Schnee
im Luftschutzkeller singt ein Kind
Stille Nacht
flackerndes Licht
das Klopfen meiner Geister
hinter der Wand
Neujahrstag
ich drehe die Tischdecke
nochmal um
Kirschblüte
er passt seine Schritte
den ihren an
Gott der Berge die Stille nach seinem Schrei
Querflöte
tiefer nun das Blau
ihrer Augen
Georges Hartmann
Straßenlärm bricht sich
am vergitterten Fenster.
Noch 10 Jahre
Vor der Sonnenglut
such’ ich Schutz unterm Baum.
Gewitterwolken
Sylvia Hartmann
erster Kratzer
am neuen Möbelstück
nun gehört es mir
Sprachkurs
aus meinem Mund spricht
eine Fremde
einsame Alte
nur der Hund versteht noch
ihre Sprache
Bernhard Haupeltshofer
nebelkalter tag
heute schlagen wir den baum –
das haus: lichterwarm
alte grabplatte
des auslandsjournalisten –
ein stein statt blumen
Birgit Heid
Wahlheimat
großes Geschnatter bei den
Kanadagänsen
Burgfräulein
das Raunen
der Erwachsenen
Südwind
ein Feuerwehrmann
weint
Webshop
ich öffne das Fenster
zum Vogelgesang
Käsekuchen
Omas Rezept für ein
gelungenes Leben
Kranichrufe
eine Reisegruppe
wird still
Familienbesuch
du sprichst in der Sprache
unserer Urgroßmutter
Winterklausur
ich schlafe unter dem
offenen Fenster
weiße Leinwand
sie rührt einen Klecks
Sonne an
Martina Heinisch
Urlaub
der Kuckuck
ruft und ruft
Hubert Heizmann
Kranichzug –
am gespaltenen Himmel
die Schreie
Treidelpfad
ziehende Kraniche
flussaufwärts
as times goes by –
der flüchtige Duft
wilder Rosen
im Schilfsaum
ein Graureiher verlangsamt
den Tag
ein Schwan
den Hals zur Sonne gereckt
entfaltet den Tag
Schweifstern
am Nachthimmel verglüht
ein Satellit
Wacholderheide –
eine Schafherde zieht
über den Himmel
erste Knospen –
ich packe den Koffer
wieder aus
wankender Mond –
im Wasserglas sprudelt
ein Aspirin
im Maien …
auf dem Blechdach tanzt
der Regen
Liebesbrief –
die blaue Tinte verlaufen
ins Weiß
Saharasand –
auf der Windschutzscheibe
Sehnsuchtsworte
die Fünfjährige
klimpert auf dem Klavier
die Zunge spielt mit
im Reisebus
der Favorit
ein Heimatfilm
Jahresneige –
erloschene Sonnen
auf kahlem Feld
Strandspaziergang –
vor mir die Flut spült Licht
in die Priele
Torsten Hesse
morgens im April
das Sternbild des Löwenzahns
im taunassen Gras
Nach langem Wandern
als wäre das Ziel erreicht
der Ruf des Pirols
Heavy Metal dröhnt
aus der Wohnung nebenan –
ich bin nicht allein
Sandra Hilbert
Süßes oder Saures
zwischen Zombie und Skelett
eine Mutter
am Küchentisch
er legt FRIEDEN
mit Russisch Brot
Die tanzenden Hände
des Taubstummen im Gespräch
mit sich selbst
Passion
Gottes Sohn stirbt im Licht
der Handys
Im Laden
zum Testen der Stifte
Frieden schreiben
Anke Holtz
Fado und Portwein
den alten Liebeskummer
noch einmal spüren
Februarsonne
die fliehenden Krähen
nehmen das Gleißen mit
auf dem Gipfel
nur Nebel
und das Kreuz
nach dem Glühwein
die heitere Weihnachtsbeleuchtung
am Toilettenwagen
neue Nachricht
aus Einsen und Nullen
eine Umarmung
Halbmast
im kalten Wind
das Schlagen der Flaggen
über der Blütenwiese
das Schmetterlingspaar
umtanzt auch mich
Stellenabbau
die Büro-Orchidee blüht
und blüht
Angelika Holweger
Frühstückstisch
auf dem Steuerbescheid
sitzt die Katze
Wabenkerzen aufrollen
dieser Duft aus
Vaters Honigküche
auf der Anhöhe
lehne mich an
das warme Holzkreuz
der Zauber
in ihren Augen
Tollkirschen
auf seinem Grab
Butterblumen und Löwenzahn
Kater Mikesch
Wandlung …
die Farben des Seitenschiffs
im Abendlicht
Wolfgang Hölz
bitterkalt
in der Flasche
nur noch Beeren
am Steg
ein Hund verbellt
sein Spiegelbild
Hunde kläffen
der Mond
nicht zu verjagen
Asphodelus
in der Opferschale
schwimmen Sterne
Taufbecken
im Wasser schwimmt
ein Plastikfisch
die Glocke
von Hiroshima
ihr tiefer Ton
eine Libelle
bewacht ihr Paradies
Panzerspuren
erste Regentropfen
im Staub
blitzen Perlen
Gutenachtgeschichte
das Holzpferd
schläft im Kinderbett
Heiliger Abend
in der Plätzchendose
nur noch Brösel
Marienstatue
zu ihren Füßen
ein Gebetsteppich
Jakobsweg
nur Pilger sehen ihn
den Engel
Mittagessen
vor dem Schaukelpferd
ein Salatblatt
Morgentau
auf Buddhas Glatze
glitzern Perlen
Zugvögel
das Fenster im Hospiz
weit offen
am Grab
allein
mit all den Blumen
Tobias Hormann
Liebesglück
zwischen uns
nur die Katze
Ilse Jacobson
Erbsensuppe
Erzählstunde mit Mutter
am Herdfeuer
„hinter der welt …“
steht auch mein ahornbaum wartend
im herbstlichen rot
(„Die Welt ist weit“ von Ingeborg Bachmann)
Winfried Jokisch
Im Morgennebel
die unheimlichen Schatten
sind nur die Kinder
Rüdiger Jung
Im Fenster gegenüber
sieht keiner mehr wenn ich
den Briefkasten leere
Was immer du tust
Du gehst ihn nie mehr wieder
den Weg von heute
Christoph Junghölter
Jugendherberge
unterm Bett
eine Dose Monster
Hilde Kähler-Timm
Obdachlos.
Doch am Arm blüht noch in Schönheit
eine Tattoo-Rose.
Totensonntag.
Kinder spielen Verstecken
hinter den Grabsteinen.
Deborah Karl-Brandt
Englischer Rasen
Auf dem frischen Grün grasen
drei Plastiklämmer
Orkanböen
Ihr Atem und das Universum
vermischen sich
Kirschblütenblätter …
merke dir das, das ist alles
was du hast
Claudia Katz
Sonnenaufgang
Glitzerfetzlein auf dem See
der Akku ist leer
Abendsonnenschein
der Bauer hängt die Mütze
über das Kuhhorn
Marek Kiślak
Frühlingsgezwitscher.
Der Tinnitus vermag’s nicht
zu übertönen
„Das Problem ist, dass
alle haben Probleme.“
Zigarettenrauch
Bastian Klinke
Zahnarztbesuch —
im Wartezimmer
ein Teller mit Keksen
Herbstnebel
im Whiskyglas
5 Jahre Staub
Rolf Klöcker
Vaters Werkzeugkasten
unter den Geräten
das Herz Ass
Am Gartenzaun
hält der Betrunkene,
spricht mit den Blumen.
Von Rocco
korrekt gestellt:
Der Postbote.
Nach dem Regen.
Das Mondlicht tropft
durch die Tannen.
Anett Klopsch
Erster Frost
das Glitzern in den Zweigen
und ihr Abschiedsbrief
Bunte Seifenblasen
die Sehnsucht nach
einem Morgen
Über den Wolken
serviert die Stewardess
ein Lächeln
Ginsterblüte
dich an die Hand nehmen
und tanzen
Oliver Kai A. Knütter
Nicht das Bild
eines Puppengesichts.
Ein Spiegel.
Eine Rose im
Staub. Der Abdruck einer
Rose im Staub.
Die Amsel im Hof
meiner Kindheit
singt falsch.
Angelika Kolb
alt gewordene Anmut
im Blütenmeer
jetzt
Sylvia König
Chorprobe
Requiem im Sopran
ein leerer Stuhl
auf dem Fischerboot
in ihrer Hand die Muschel
mit seiner Asche
Norbert Kraas
Der Witwer im Bus
nur die Halteschlaufen
als Stütze
Isabella Kramer
orchideenduft
nach all diesen jahren
mein brautbouquet
schlosspark
zwischen fallenden blättern
geigentöne
pfirsich samthaut
ihre lippen erinnern sich
an seine
Gérard Krebs
Mitternachtssonne
die Lok vorn am Zug schwarz
vor lauter Mücken
Sonntagmorgen –
kalter Kaffee und das Surren
des Kühlschranks
unter der Linde
ruhen wir uns aus
mein Schatten und ich
Tine Krieger
Teestunde –
in Mutters altem Becher
zittert der Himmel
Tobias Krissel
arie
den federwolken
lauschen
„über den wolken“
der blick des bettlers
am flughafen
kinderschlafsack
die wärme des luftschachts
am morgen
dämmerung
selbst unsere bewegungen
werden blau
schneeflocke
ihr kuss
zum abschied
Gerd Kufner
Schweiß auf der Stirn
sehne ich mich nach den
fallenden Blättern
Nicole Kullick
Noch lauter
als im Wortgefecht soeben
schweigen wir
Abschied
zwischen uns
das Zugfenster
Marianne Kunz
Frühjahrsputz
das Grau des alten Jahres
im Putzwasser
Wildbach
der Klang des Schnees
aus den Bergen
Als sie zu denken aufhörte –
der Klang fallenden Schnees
Verlassenes Bergdorf
im Briefkasten des „Hirschs“
nistet ein Vogel
Chest Pain Unit
am Monitor die Nulllinie
ins Endlose
Erste Schritte
die Händchen
voller Blütenstaub
Sternenhimmel
der Kleine erklärt seinem Papa
Gott
Schwalbenzug
auf seinem Grabstein
das Profil seiner Wanderschuhe
Unter dem Sarg des Kindes
das tiefe Loch
Des Totenglöckchens Geläut
ein Kind
hält sich die Ohren zu
Zur Stille finden –
das Innere einer Pfingstrose
Brief um Brief
legt sie ins Feuer
lodernde Nacht
Am abgeräumten Grab der Mutter
Pusteblumen
Moritz Wulf Lange
Die Frühlingssonne –
selbst das magere Kutschpferd
trägt den Kopf höher.
Ein kleines Mädchen
fährt mit dem Fahrrad im Kreis –
Kirschblütenschauer.
Am 8. Mai
beim Anblick einer Wagenspur
stehen bleiben.
20. Juli –
ganz hinten im Raum glitzert
ein Fleischerhaken.
Eine Schautafel
an der Erschießungsmauer
die Butterblumen.
In der Kapelle
eine dünne Eisschicht im
Weihwasserbecken.
In Omas Küche
die einzige Bewegung
am Fliegenfänger.
Beim Kostümfest
schmiegt sie sich an ihn,
die Schwägerin.
Zu zweit im Strandkorb –
wir vergleichen unsere
faltigen Hände.
Am Nikolaustag
mit gesenktem Kopf vor der
Essensausgabe.
Dichtes Schneetreiben –
Vater geht noch einmal raus,
Feuerholz holen.
Roger Le Marié
Derselbe Gipfelaufstieg
An Urgrossvaters Sonnenhut
Edelweiss
Darkroom
die ganze Tiefe
seiner Einsamkeit
Rudolf Leder
Mein Gang
in deinem Gang
hallt nach
schiff auf see
zusehends werde ich
kleiner und kleiner
Georg Leng
morgendämmerung
zwischen traum und wachen
das lied der amsel
brücke im sturm
die liebesschlösser
halten
abend am see
die spiegelung des lichts
in uns
Eva Limbach
Sommerregen …
in der Schutzhütte die Tüte
des Obdachlosen
fallende Blätter
die Lust
mich zu verlieren
Erntedankfest
auf jedem Apfel
ein Kunststoffsticker
alleine
ich frage die KI
nach ihrem Namen
Morgennebel
das warme Licht in den Fenstern
der Trauerhalle
Frühling über Nacht
die knallbunten Farben
im Containerhafen
mein Leben
wie’s so an mir vorüberzieht
Schneeflocken im Wind
wie er mich tröstet
der Schnee
auf den ich warte
zwischen den Jahren
die Engel
im Angebot
junge Amsel
noch einmal
so vertrauen
Paul Lindner
Ins 5. Stockwerk:
Knochenmarktransplantation.
Hoffentlich schaff’ ich’s.
Ramona Linke
Abendsonne
der Auwald geflutet
mit Stille
Weihnachtsmond
zuweilen duftet ein Windhauch
nach frischem Brot
Fastenbrechen
die Kühle des Apfels
in meiner Hand
nach der Diskussion
das leise Summen
des Teekessels
Schneesturm …
im Schaufenster der Putzmacherin
Frühlingshüte
Intensivstation
sie erzählt ihm vom Meer
das er nie sah
Mittagshitze
weit geöffnet
die Schnäbel der Hühner
Nachbarschaftsstreit
hinter der Hecke
das Kichern der Mädchen
Notaufnahme …
über der Ausgangstür leuchtet
ein Weihnachtsstern
Kreuzworträtsel:
ein anderes Wort für Demut
Polterabend …
die gezuckerten Ränder
der Cocktailgläser
Wieder hier …
er sucht das Herz
in der Rinde
Midlife-Crisis
sie nimmt ihre Maske ab
Eis auf den Pfützen.
Ein Schwarm Krähen sucht
den Schlafbaum auf.
Damengambit
die Schachuhr berühren
Sonnenstrahlen
Feenkreise –
das leise Rauschen
des Rechners
Mile Lisica
Bluttransfusion –
zwischen zwei Tropfen
Sonnenuntergang
Herbstmorgen –
jedes Berghaus
hat eine eigene Cloud
schleicht sich
in die Geigentöne
die Aprilsonne
Ingrid Löbling
Grabpflege
unter dem Laub
der Frühling
Birgit Lockheimer
der Armreif locker
am Handgelenk
römisches Frauenskelett
mit seinem Eisvogelschnabel
fliegt er flirrend voran
Shinkansen
Horst Ludwig
Wie die Fähre treibt,
’s weiße Segel sich schüttelt.
Blau heut der Himmel.
Fußgängerzone,
Picassos Weinende Frau.
Ein Frühlingsschauer.
Re-Reruns: Rawhide
Bonanza, The Rifleman …
Ich konnt’ auch reiten.
Aus ’ner offnen Tür
Lied vom geheimen Garten.
Lange Korridore.
Wie’s mich begleitet,
’s gewohnte Wo gehn wir hin?
Immer nach Hause.
Werner Martini
Des Weihers Stille
nach eines Fisches Sprung
nur noch tiefer
Gaby Matthes
Grillenzirpen
in den Feldern glühen Tag
und Sonne nach
Ingrid Meinerts
Aquarellkurs
wie male ich
Pflaumenblütenduft?
Faschingsdienstag
hinter lachenden Masken
müde Gesichter
Ruth Karoline Mieger
Friedensdemo
zwei Mädchen streiten
um Papas Arm
allein im Heim
sie lauscht den Vogelstimmen
auf der CD
Neumond
seine Narben im Gesicht
ein Familiengeheimnis
siebzehnte Etage
jemand bedankt sich
für einen Sonnenstrahl
Conrad Miesen
Die Weihrauchkörner
in den Ofen geworfen –
Raunächte glühen
Eleonore Nickolay
erster Schnee
sie zupft ein weißes Haar
aus der Braue
Weltbienentag
er mäht den Rasen
und die Gänseblümchen
„Octobre Rose“
das Zartrosa von
Chantals Narbe
die Blumen der Freundin
jetzt bleiben sie für immer
bei mir
Herbstwind
zwischen den fliegenden Blättern
ein Schmetterling
Metro Paris
Willkommen an Bord
sagt der Obdachlose
Hochsitz
Vaters zitternder Finger
am Abzug
Fernweh
auf der Wiese ruhen
Kanada-Gänse
Gareth Nurden
Eine Straße füllen
mit einer einzigen Note
Nachteule
Lisa F. Oesterheld
Frühaufsteherin
das Morgenrot –
ihr Geheimnis
auf dem Schreibtisch
zwischen den Denkzetteln
ruht die Herzmuschel
Sonntagsspaziergang
wir kosten Sommeräpfel
mit sauren Mienen
vor der Buchhandlung
in Büchern stöbern –
der Wind blättert um
Friedensdemo
eisiger Wind
wir rücken zusammen
Ludmilla Pettke
betreuungsangebot
oma und enkel
sichten die flyer
an heiligabend
brauchen die geschenke platz
die krippe muss weg
Jutta Petzold
fallende Blätter
die Sehnsucht
eine Frühlingswiese zu malen
in der Kirche
ein kleines Kind
verneigt sich vor der Ikone
leuchtende Bergspitzen
Abendsonne
flutet das Atelier
plötzlich Katastrophenalarm
die Bettlerin
sucht ihr Handy
auf dem Bahnsteig
immer kleiner
unser Winken
in die Blüte schlüpfen
die Wiesenhummel
und ich
Rudi Pfaller
Heimkehr
steifbeinig
lasse den Nachtfalter rein
Tihomir Popović
baumkronenrauschen
auf dem tim-und-struppi-heft
der blutdruckmesser
sommerferien
vor dem computerbildschirm
nur leises schluchzen
René Possél
osterglocken
ihr strahlen übertönt
jedes wort
trappistenkloster
der alte bruder zeigt uns
die stille
von fern
angelusläuten
so fern
Willemina Preiß
Unterwegs im Wald –
die Tüte voller Flaschen
mit Aufdruck With love
Sylvia Prieth
Im Kreidestaub glitzert
das Licht
Tafellöschen
nach dem vierten Läuten endlich
ihre Stimme
sie lebt
Sonja Raab
zwei badenixen
im himmelblau versinkt
ein köder
Jörg Rakowski
Zimmer 402 –
am Ende
die Stille
Bernd Reklies
Verfallene Scheune
Im Winterwind
Stimmen von früher
Winterwind
Im Takt des Schmiedehammers
lodert das Feuer
Im Schiffslokal
Haifischzähne an der Wand
Draußen schreien Möwen
Renate Maria Riehemann
Längst trägt der Ahorn
goldgelbe Blätter – auch du
duftest nach Herbst
Abschiedsgedanken
beim Klang des Nadelspiels
Runde um Runde
Wolfgang Rödig
zwischen Aufbruchsstimmung
in Umzugskartons
das alte Leben
ein guter Jahrgang
der alte Winzer
liest in den Trauben
Rita Rosen
Grabstätte
die Laute in der Hand des Engels
moosüberzogen
Magnolienblüten
verstreut über den Weg –
ein Windstoß kam auf
Dämonenfratze die Wolke
der Drache
verwirbelt sich
Eifel-Heimatdorf
eine Senegalesin
weist mir den Weg
Weihnachtsmarkt
Glühwein getrunken –
eine Sternschnuppe im Glas
Catharina Rudy
Hagebutten
Jetzt zieht auch die Jüngste aus
Lass uns Tee kochen
mit leeren Körben
verlassen wir den Wald
Arm in Arm
Elke Sackel
herr schrödinger* schläft
im schatten des apfelbaums
vielleicht – vielleicht nicht
(* herr schrödinger ist meine schildkröte)
Frank Sauer
Weihnachtssterne
im Heim hinter der Scheibe
ein altes Gesicht
Birgit Schaldach-Helmlechner
frühherbstabend
aneinandergekuschelt
die schwarzkopfschafe
in der umarmung
so sacht dann gestreift
vom frühlingsatem
noch zukunftsdunkel
was wir uns zuhauchen
unter’m mistelzweig
sandige furt
sommerwind, der das schilf biegt
hin zu dir
vorfrühling
dächt’ ich doch nicht ans sterben …
die erste biene
herbstahorn –
pulsend warm fühlt es sich an
zu lieben
ernteluft –
lächelnd teilen wir
die herzkartoffel
einfach ausgelöscht
was ich an spur hinterließ
vom tauenden schnee
Tim Scharnweber
tagesanbruch
er schöpft die farben
zurück in die welt
das licht
ist bereits drinnen
kirchenbesuch
letztes konzert
der saison auf der waldbühne
laubbläserduett
Michael Rasmus Schernikau
Neue Wohnung
Die Nachbarin bringt Brot und Salz
und Ohropax
Kirschblüten
treiben vorbei an der Brücke
der Liebesschlösser
Spiegelbild
des Herbstlaubs – ein Fisch
zerteilt es.
Immer noch
liegt der Hund unter der Couch –
Neujahrsnacht
Gabriele Schettler
Pusteblume
zwei Kinderhände versuchen
zu fliegen
Lichtwesen sind wir
sagst du und stolperst
über einen Ast
der Schrei meines Sohnes
im Halloweenkostüm
hockt eine Spinne
Sonnwendfeuer
die leichte Schwermut
im Saum meines Kleids
wie im Hotel
sagt die Mutter im Hospiz
und muss auschecken
Elisabeth Ba Schmid
gefrorene eider
in warmen daunenfedern
die ente und ich
Annika Carmen Schmidt
kirschholz
das kind schnitzt
dem urgroßvater ein herz
ferienfreund
das kind schwimmt
mit dem unsichtbaren delfin
u-bahn-morgen
plötzlich an meiner schulter
ein schlafendes kind
übers baugerüst
kam er zum sonnen aufs flachdach
der fuchs
vatertag
er füllt den bierkasten
mit blumen
unter dem laub
müde marienkäfer
wieder zugedeckt
auf dem weg zur nachtschicht
die hunde heulen
mit mir
weihnachtswunder
es klingelt
an der wichteltür
Benno Schmidt
ferner horizont –
das meer hält an
vor zwei kinderfüßen
großmutters gedichtband –
das gepresste herbstblatt
bricht beim umblättern
herbstwald –
ein salamander verschwindet
im pilzring
lichtspiel –
durch kinderfinger
rinnt himmel
mondlicht auf wurzeln
der fuchs lauscht lautlos
vor nichts
salzwiesenwind –
zwei reiher fliegen auf
tragen den blick fort
museumslicht –
mein schatten
wird teil des gemäldes
zwischen stille
und stille
ein vogelruf
Angela Schmitt
beginnt mit leisem Glockenklang – Abendstille
nimmt die Wehmut – der Chrysantheme schweres Rosé
Schneeflocken fallen vom alten ins neue Jahr
dorthin mit leichten Flügeln – schwertlilienblau
Kristoffer Schneider
Morgenzeremonie:
Im Takt des Mokugyo
eine Ente
Dyrk-Olaf Schreiber
Früchteeisbecher
mit jedem Löffel
das Café wärmer
Schnee am Morgen
die kleine Spur vertieft
Vaters
Klang des Haustürschlüssels
am Morgen
am Abend
Rosemarie Schuldes
am igelhaus
mariechen summt
ein schlaflied
Weihnachtsoratorium
der Raum füllt sich
mit Vanilleduft
mutters todestag
ein rotkehlchen singt
Helga Schulz Blank
süßer die Glocken
im Kaufhaus Gedränge
mein Enkel weint
Gottesdienst
„I like the way you kiss“
ihr Handy singt
im Bach
Holunderblütensterne
fische dir einen
nach der Kirche
das Brautpaar schreitet durchs
Regenschirmspalier
Allerseelen
heute lachen und rauchen sie
mit den Toten
Marie-Luise Schulze Frenking
Frühlingsbeginn
im lichten Wald
dem Leben lauschen
der Klingelton
des Kloputzers
die Bondmelodie
dein Schatten
im Türrahmen
als du gehst
der Barista schenkt
ihr lächelnd sein Herz
im Cappuccino
im Sterbezimmer
den Durchzug
spüren
in den Ruinen
das Kyrie eleison
verweht
Scherbenviertel
der kleine Junge sammelt
Treuepunkte
Jahr der Schlange
meine Kollegin bietet mir
das Du an
Münztelefon
aus der Zeit gefallen
meine Einsamkeit
Valentinstag
zwei Eheringe
an ihrer Hand
Silvesterböller
im Schlaf schreit es auf
das Flüchtlingskind
auf der Blüte
die Libelle mit Flügeln
aus Licht
sie wird neunzig
wenn sie vom Vater spricht
weint sie
voller Pendlerzug
in den Scheiben spiegeln sich
leere Gesichter
Zugausfall
wir bitten um Verständnis
die Tauben nicken
aufgegangen
am Kirchenportal
Reispflänzchen
Buße tun
den Pilgerweg begleiten
Heckenrosen
Maria Schuppler
in der lücke
zwischen schmerz und atem
die nachtigall singt
lautlos pulsierend
lichter rund um den see –
sturmwarnung
straßenlaterne
eine spinne seilt sich ab
ins dunkle
auf einem sonnenstrahl
durchs offene fenster –
die erste fliege
Kea Martina Schwarzfeld
verstorbener Pianist
einzig hinterblieben
das Klavier
der Senior lobt
nach langem Monolog
das gute Gespräch
Angelica Seithe
Winterstille –
aus verschneiten Sümpfen
steigt der Mond
Kranichballett –
wie schwebend damals
unser Tanz
Neujahrsnacht –
wir finden die Katze
im Keller
Sommerende –
jedem Schritt entspringen
Grashüpfer
Stirn an Stirn
unsre Schatten an der Wand –
Mittsommerstille
über geschmolzenem Gold
die Flügel ausbreiten –
Sommerabend
vergangen –
noch immer gibst du mir
Halt
in der Vase
ein blühender Zweig –
Abendgebet
wie der Vogel
sich löst und dahinschwebt
über den Schnee
nach dem Beben –
in Trümmern steht aufrecht
der Feigenbaum
Windharfe –
noch immer singt
der tote Baum
Sommernacht –
das Zurückfluten der Stille
nach dem Fest
Wolfsmond –
der ausgeleuchtete Schlafplatz
des Obdachlosen
Novemberblues
ich fege Blätter, neue
fallen
Blätterfall –
bald wieder sichtbar
dein erleuchtetes Fenster
Georg C. Sindermann
Glitzernde Winterlandschaft –
ein Zug fährt mitten
durchs erste Türchen.
„Tratsch im Treppenhaus“ –
im Foyer geht er weiter.
Am Pissoir –
aus dem Lautsprecher
plätschert Musik.
vor der muckibude –
ein champignon durchbricht
den asphalt.
Diskussionsrunde –
auf dem Klangteppich
davongeschwebt.
Nachts am See –
die Entenfamilie
auf dem Weg zum Mond.
Konfirmandengottesdienst –
in der letzten Bank
kein Empfang.
Sulamith Sommerfeld
Raureif
Grashalme am Straßenrand
leuchten im Dunkeln
Martin Speier
an der dorfkirche
die namen der helden
kaum noch lesbar
Gleich oben
in der Umzugskiste
ein Trennungsratgeber
im garten
die enkelin gießt
das unkraut
Vorfrühlingstag;
Igelchen, schläfst hier
auf ihrem Grab?
Mira Speier
Blick aus dem Fenster
Der weiße Vogel
Nur eine Plane im Wind
Heimfahrt
Im Abenddunkel
Das Wort Krieg
Helga Stania
preiselbeeren in einer kiepe ihr kind
ein brett als bank
etwas mitnehmen von der ruhe
der schafe
als streichelte ich
mutters haar –
fruchtendes wollgras
an ihrem widerstehen uns zu messen: alte Lärchen
schneenacht –
tiefer und tiefer zieht’s mich
in mein buch
computercrash – ich lese kafka
das andere
hinter den morgenschatten
ungewissheit
hinterlandpfad – die handvoll wilder kirschen
die bank
in einsamer höh’
türkenbund
ein anruf und die farbe der rose ist verblasst
grasmücke …
der moment in dem ich
schweigen möchte
herbstschur – die augen tränen im wind
als erzeuge sie farben
im singflug
die lerche
vaters todestag.
ein windhauch streift
die blütenwiese
dem dunkel trotzend
die kirschblüte
ein langes leben …
sie feiert
ihren eigensinn
kornelkirschenrot ihr lächeln nur für sich
sehen im rhythmus meiner schritte moortagebuch
wilde lilien …
die geheimen kammern
meiner freude
Susanne Staudinger
O, wie weit der Weg
durch den knöcheltiefen Schnee
in Schuhen aus Bast
Heike Stehr
Im Frühlingslicht
die Farbe
deiner Narben
Thomas Steiner
holzwurm!
der korb, der korb! der schöne
korb! der kindheitskorb!
rouladen
rotkohl knödel
draußen nebel.
oh!
maden im salat!
wie fröhlich sie krabbeln.
Katrin Streeck
Diese Leichtigkeit
Wie Flaumfedern schwebend
Im Frühlingstaumel
Tobias Tiefensee
ehestreit
der kater
stellt das schnurren ein
ich liebe dich
sagt die kleine und umarmt
ihren globus
adventskonzert
bei stille nacht schweigt er
mein tinnitus
die kleine
ihr handteller im vergleich
mit dem ahornblatt
jugendgefängnis
der hof voll gefallener
kirschblüten
amseln im schnee
genährt vom wildapfelbaum
den ich fällen wollt
Angela Hilde Timm
Im Frühlingswind
tanzt welkes Laub mit
Schmetterlingen
Krankenbesuch
Durch die Terrassentür –
Ein Admiral
Himmelwärts –
Bis letzte Blütenblätter
Im Wind verwehn
Ulrike Titelbach
das wasserrauschen
in den kiemen der fische
am angelhaken
de nokadn esd
grauschwoaz de krah, si schdreidn
um eana blazl
die nackten äste
grauschwarz. die krähen streiten
um ihre plätze
der pusztakutscher
lässt die zügel schleifen
fliegende hufe
ein letztes mal noch
über die klinge springen …
das kopflose huhn
stumme felsen
das maul der moräne
weit aufgerissen
zwa fingaspitzn
grod so auf da hüftn
da easchde tango
zwei fingerspitzen
berühren kaum die hüfte
der erste tango
Anna Vriede
glühende Gesichter
im geschlossenen Buchladen
brennt Licht
sonnenwarme Bleche
trockne Aronia
und meine Tränen
12-Wizard-1-4
die Freundinnen schauen sich
in die Karten
ein bunter Tulpenstrauß
Du lachst
in Akkorden
Umarmung
zwischen seinen Schulterblättern
entfalten sich Flügel
Jennifer H. Weber
Friedvolle Stille
herrscht im Seniorenwohnheim
Opa plant die Flucht
Pech in der Liebe,
kein Glück im Spiel – ich träume
von Kohlrouladen
Elisabeth Weber-Strobel
Trauerfeier
die Nägel der Enkelin
tragen schwarz
Gartenarbeit
wie tief sie wurzeln
Mutters Ableger
Helga Weiss
Sommerhitze
der Geschmack von Orangen
am gurgelnden Bach
im Krankenhaus
warten im langen Flur
auf ein Bett
todkrank an der
Chrysantheme riechen
leben wollen
mein Gesicht im Fell
das Kätzchen schnurrt
heilt alte Knochen
Claudia Wenzel
Letztes Lied im Konzert.
Der Sicherheitsmann
weint.
Irene Wiedemann
Es raschelt wieder
unter unseren Füßen
Laubbläserdefekt
Aufgebot zum Fest
Zauberst Licht in diese Welt
Engel ohne Schuh
Roland Wiedenmann
Ein Kuchenstück
und keine Blumen – wieder
ein Jahr einsamer
Auf dem Grab
der Kalkstein ohne Namen
Heimat eines Spinnleins
Blick vom Turm
im Fernrohr
drei Gänseblümchen
Gleise im Mondlicht
die ins Dunkel führen
Rascheln einer Maus
Friedrich Winzer
Morgenkaffee
ich küsse Milchschaum
von ihrem Mund
nach dem Regen
Fußspuren füllen sich
mit Sonne
Altenheim
jeden Tag ein Kranich …
gefaltet
Haltestelle
ein Erstklässler buchstabiert
fuck you
Kinderhospiz
und wieder entsteht
ein Stern
alter Schuppen
die Fensterscheibe geflickt
von einer Spinne
Alzheimer
der Enkel erzählt Oma
von früher
Beileidsbriefe
und dann die Flut
die Rechnungen
der Stern
den ich ihr schenkte
verglüht
Wolkenkratzer
in den Glasfassaden
Wolkenkratzer
der Witwer
nimmt die CDs seiner Frau
als Vogelschreck
Grabrede
ich zähle heimlich
die Fakes
Kirschen
ich zeige meinem Enkel
die Räuberleiter
Bergkapelle
in der Dornenkrone
ein Vogelnest
Krieg …
ich entsorge die alten
Zinnsoldaten
nach dem Sturm
verwüsteter Zen-Garten
der Buddha lächelt
Winterwald
die weißen Atemwolken
der Rückepferde
Nacht …
das leise Klackern
der Spraydosen
Neuschnee
zwei Jungen pinkeln
ihre Namen
Trennung
sie überlässt mir
ihren Stern
Abschiedsbrief
zwischen den Zeilen
Leere
Klaus-Dieter Wirth
nach dem Kurkonzert
die Leere des Odeons
auf Sendung der Wind
hoch am langen Stiel
rebellisch eine Rose
Novemberblues
Fußgängerzone
Kaufangebote, dabei
wieder kein Lächeln
nach fünfzig Jahren
noch derselbe Duft aus dem
Hochzeitsflakon
Soldatenfriedhof
die unsichtbaren Schatten
der Vermissten
Nacht auf See
eine silberne Leiter
bis zum Mond
Frauke Witte
„Bitte nicht füttern“
wenn du wüsstest Katze, was
auf dem Halsband steht
Marion Worf
Sozialwohnungen
an einer Tür
ein Traumfänger
Birgit Zeller
Diaabend
die Staubkörner im Lichtkegel
wir
Supermond
ganz nah
sein Schnarchen
Jahresrückblick
in der Sauna zählt einer
seine Narben
Romano Zeraschi
Mein verlorener Ring
Ein Elsternflug …
Tagundnachtgleiche
am Revers
ein Herbstblatt …
blaue Stunde
Sie …
Und meine Liebe, die sich ändert
zwischen den Herbstblättern
auf der Suche nach Gold
in einem Traum …
Bergarbeiter
Udo Zielke
Blitzeis auf der Autobahn
Ein Porsche überholt
sich selbst
Morgens im Hafen
Die Nebelbank gebiert
ein Containerschiff
Sonderbeitrag
Tan-Renga
unser Baumstumpf
angeschmiegt im Licht
auch das Moos
für kurze Zeit
etwas wie Heimat
Claus Hansson / Ilse Jacobson
HORIZONT:
so weit das
Auge reicht
dahinter
das Niegesehene sehen
Rüdiger Jung / Reiner Bonack
Obstwiese
gemeinsam ernten
Wespen und Flüchtlingskinder
unter den alten Bäumen
ein vielfältiges Summen
Ruth Karoline Mieger / Brigitte ten Brink
Weinberg-Gerüche
unsere klebrigen Finger
beim Lesen
auf dem Suser*-Fest tanzen –
nur mit dir
*Suser: Ausdruck in Baden-Württemberg für den jungen Wein
Ruth Karoline Mieger / Brigitte ten Brink
Wildgänse schreien
innehalten
beim Koffer packen
ohne dich reisen –
es fällt mir schwer
Ruth Karoline Mieger / Brigitte ten Brink
Hof der Konversen.
In Baumriesen flüstert der Wind …
Greifbare Stille
Und irgendwo Hildegard
zwischen Arznei und Musik
Conrad Miesen / Rüdiger Jung
Das Haiku-Jahr
Siehe die pdf-Datei.
Autoren
Siehe die pdf-Datei.