Merkmale des Haiku

Angepasst aus dem Buch: Volker Friebel (2019): Das Haiku. Grundwissen – Vertiefungen – der Horizont. Edition Blaue Felder, Tübingen. Alle Rechte vorbehalten. Die Rechte der zitierten Haiku liegen bei ihren Autoren.

Kürze

Haiku sind kurze Gedichte. Meist werden sie in drei Zeilen geschrieben.

Die japanische Sprache basiert auf Lauteinheiten (Moren) gleicher Länge. Traditionelle japanische Haiku halten meist ein festes Schema von 17 solcher Lauteinheiten ein, geschrieben von oben nach unten in einer Spalte.

Im zwanzigsten Jahrhundert haben sich auch freie Formen entwickelt, die ohne eine feste Gliederung nach Lauten beste­hen. Die Kürze blieb erhalten, sie ist auch bei der Übertragung ins Deutsche das wichtigste Merkmal.

Die japanische Zählung der Lauteinheiten lässt sich aller­dings nicht einfach auf deutsche Silben übertragen, da letzte­re von wechselnder Länge sind und eine Silbe oft aus mehre­ren Moren besteht. Das Wort Tōkyō etwa besteht je nach Aus­sprache aus zwei oder drei Silben – aber aus vier Moren. So trägt eine japanische More im Durchschnitt weniger Inhalt als eine deutsche Silbe: 17 japanische Lauteinheiten entsprechen dem Inhalt von etwa 10 deutschen Silben. (Arata Takeda (2008): Überschwang durch Überschuss, Seite 13.)

Nach verschiedenen Versuchen ein ähnlich festes Schema in europäischen Sprachen zu finden, werden heute Haiku in westlichen Ländern meistens in freien Versen geschrieben, fast immer dreizeilig, mit etwa 10 bis 17 Silben; die mittlere Zeile ist meistens die längste.

Die Kunst im Haiku besteht aber nicht darin, einen Text ganz kurz zu machen – sondern so kurz, dass er sich ohne Qualitätsverlust nicht weiter kürzen lässt. Dass das nicht ein­fach ist, thematisiert ein Haiku von Christof Blumentrath (Haiku-Jahrbuch 2018, Seite 12), bei dem wir einem Maler über die Schulter schauen:

zu wenig
der letzte Pinselstrich
zu viel

Zu wenig und zu viel lassen sich nicht an einer bestimmten Silbenzahl festmachen. Ein Haiku mit 19 Silben von Ingrid Kunschke (www.haiku-heute.de/archiv/haiku-gute-beispiele):

Winterabend
mit kleinen Stichen kehrt es zurück,
das Lächeln der Puppe

Wir sehen in eine gemütliche Stube. Eine Frau sitzt auf dem Sofa und repariert diese alte Puppe, vielleicht ihre eigene aus Kindestagen, vielleicht eine, die beim Spielen ihres Kindes gelitten hat.

Durch das Jahreszeitenwort „Winterabend“ atmet der Text eine selbstversunkene Ruhe aus und einen Frieden, den jedes veränderte Wort beeinträchtigen würde. Die nahe liegende Kürzung auf „Winternacht“ ließe zwar immer noch ein sehr gutes Haiku zurück, aber ein dunkleres. Ein Verzicht auf das „es“ bringt das Haiku in grammatikalische Schwierigkeiten oder verlangt eine ungünstige Umformung.

An diesem Text lässt sich nichts kürzen, ohne ihn zu verschlechtern, es ist ein sehr gutes Haiku – obwohl mit 19 Silben weit weg von den knapp über 10 deutschen Silben, die ein japanisches Haiku haben sollte und sogar noch über den 17 Silben, die als Obergrenze für Haiku in europäischen Spra­chen üblich geworden sind.

Beispiel für ein sehr kurzes Haiku von Dietmar Tauchner (Dietmar Tauchner (2012): Steg zu den Sternen, Seite 82):

ihre sms     fliederduft

Einzeilig geschrieben – das entspricht der einen Spalte, in der japanische Haiku meist geschrieben werden. Mit einem Abstand zwischen den beiden Textblöcken. Ich sehe den Mann in sein Telefon schauen: Von der Liebsten kam gerade eine Textnachricht. Während er liest, nimmt er den Duft von Fliederblüten in der Umgebung wahr. Oder: Beim Lesen erin­nert er den Flieder ihres Parfüms beim letzten Treffen.

Viel kürzer geht es nicht: acht Silben in gerade mal drei Wörtern. Aber nichts weiter ist nötig. Also sollte auch nichts weiter stehen. Klassischen japanischen Haiku dürfte dieser Text sogar näher sein als das ausgefeilte Haiku von Ingrid Kunschke, das dafür mehr die Tradition klassischer europä­ischer Dichtung wahrt.

Es ist unnötig, ein Bild in allen Einzelheiten zu beschreiben. Das geht sowieso nicht. Jedes Setzen eines Erlebnisses in Worte ist immer eine Reduktion, geht immer mit Verlusten und Unschärfen einher. Es geht darum, Worte so zu setzen, dass sich der Leser ein eigenes Bild aus ihnen entwickeln kann. Zu viele Worte können dem Leser den Aufbau eines Bildes sogar erschweren.

Gegenwärtigkeit

Haiku sind in der Zeit. Und zwar fast immer in der Gegenwart. Wenn andere Zeiten vorkommen, dann sind es Erinnerungen oder Zukunftsfantasien, die jemand in der Gegenwart hat.

Traditionelle europäische Dichtung kann sich zwar auch im Augenblick ereignen, meist aber scheint sie in der Zeit zu schweben, etwas über der Zeit zu stehen, gleicht eher in Wor­ten und manchmal Bildern gefassten Gedanken als einem erlebten Augenblick. Und einer Reise statt einem Augenblick, weil verschiedene Bilder aneinandergesetzt sind. Nicht so das Haiku.

„Die ewig alten Geschichten“,
schreit sie.
Draußen fällt Schnee.

Das Haiku von Marianne Kunz (Haiku-Jahrbuch 2006, Seite 23) bietet den Augenblick unver­mittelt, wie eine Fotografie oder ein Filmausschnitt.

Das Vergangene ist auch da, als Erinnerung an alte Geschichten, aber ganz in der Gegenwart.

Sehr wichtig in diesem Text ist der fallende Schnee. Auch, aber gar nicht in erster Linie dadurch, dass er die beiden ersten Zeilen atmosphärisch färbt. Vor allem dadurch, dass mit dem fallenden Schnee der Text einen Ort in der Zeit erhält: Es ist Winter. Das verstärkt im Text die Gegenwärtigkeit noch, die schon in der wörtlichen Rede aufscheint.

Im traditionellen japanischen Haiku wurden fast immer Jahreszeitenwörter gesetzt. Das waren meist Wörter aus der Natur, wie eben Schnee oder Blüte oder Beere oder Blätter­wirbel. Es konnten aber auch Wörter zu Festtagen sein, die im Jahreskreis verankert sind, auf Europa übertragen also etwa Weihnachtsbaum, Osterei, Lichterketten. Übersetzer japani­scher Dichtung in europäische Sprachen nahmen Haiku über japanische Feiertage in ihre Sammlungen seltener auf, da diese erst erklärt werden mussten. So herrschte im Westen Jahrzehnte der Eindruck vor, das Haiku sei ein Naturgedicht. Das kann es, muss es aber nicht sein. Was es braucht, ist aller­dings eine Verankerung in der Zeit.

Jahreszeitenwörter gelten im Haiku nicht mehr als verbind­lich. Geblieben ist aber der Kern davon, die Gegenwärtigkeit, die Verankerung in der Zeit.

Diese Gegenwärtigkeit des Haiku ist eines seiner stärksten Merkmale. Und sie dürfte eben das sein, was das Haiku so anziehend und für uns hier und heute besonders interessant macht.

In der Gegenwärtigkeit steckt Achtsamkeit, steckt eine Wertschätzung auch des Kleinen, Einfachen, eine Liebe zu den nächsten Dingen, die in der Dichtung des Haiku beson­ders geschätzt werden.

In der Gegenwärtigkeit steckt die Besinnung auf das, was wirklich vorhanden ist, unter dem Rattern der Gedanken, unter dem Nebel der Vorstellungen, Träume, Fantasien, Erinnerungen.

Konkretheit

Haiku stellen Sachverhalte oder Erlebtes nicht abstrakt, sondern konkret dar, für einen Leser miterlebbar, sinnlich erlebbar.

Konkret meint sinnlich erfahrbar, beobachtbar, hörbar, fühlbar, schmeckbar. Ein Stuhl ist konkret, eine Rose ist konkret – die Liebe dagegen ist abstrakt. Konkret ist, wie sie sich in etwas sinnlich Erfahrbarem äußert, konkret ist die Umarmung, der Kuss, in den Augen das Leuchten.

Konkret kann auch heißen: Auf einen Einzelfall bezogen. „Was meinst du konkret zu diesem Bericht?“ Wenn denn schon nichts oder wenig sinnlich Nachvollziehbares im Haiku steht, dann sollte es doch einen Einzelfall ansprechen, etwas, was sich im Raum und in der Zeit wirklich ereignet und nichts, was ich mir abstrakt aus Einzelfällen, die mir begegnen, zusammenreime.

Zwischen Amselstrophen
die Tiefe.
Regen beginnt.

Der Gesang von Amseln ist in diesem eigenen Haiku (Volker Friebel (2010): Zonen der Kampfjets, Seite 74 verändert) konkret erlebbar, auch der begin­nende Regen. „Tiefe“ ist dagegen ein abstraktes Wort. Hier wird Tiefe allerdings konkret erfahrbar, als Stille, in die der Leser zwischen den Amselstrophen fällt, die die Tiefe des Raums sinnlich erfahrbar macht – was noch einmal verstärkt wird durch den beginnenden Regen.

Eigentlich, so hatten wir gesagt, gilt es im Haiku als erstre­benswert, dass die mittlere Zeile die längste ist. Dieser Text ist ganz nebenbei ein Beispiel dafür, wie manchmal das Gegen­teil einer Regel günstig sein kann: Nach der längeren ersten Zeile (sechs Silben) verlängert die besonders kurze zweite Zeile (drei Silben) unwillkürlich das Verweilen des Lesers in dieser Zeile. Der Leser ist irritiert, eine Leere entsteht – in die dann der Regen der dritten Zeile zu fallen beginnt. Genau so etwas will der Text darstellen – und so erweist sich die beson­ders kurze Zeile an Stelle der längsten in diesem Beispiel als lyrisch angemessen.

Ein Haiku stellt das Erfahrene möglichst direkt dar und bleibt beim Erlebnis, dem Einzelfall, es formt kein allgemein­gültiges Gesetz daraus. „Wenn es still wird, dann kannst du die vielen kleinen Geräusche der Welt hören.“ Das wäre eine allgemeine Aussage, dichterisch eine Sentenz. Das Amsel­strophen-Haiku ist die konkrete, sinnliche Ausgestaltung dieses abstrakten Sachverhalts.

Externe Orientierung

Haiku beschäftigen sich fast immer mit der äußeren Welt, weni­ger mit den Vorstellungen des Dichters.

Die externe Orientierung folgt fast schon aus Gegenwärtigkeit und Konkretheit. Sie soll als eigener Punkt trotzdem beson­ders hervorgehoben werden.

Das Haiku beschäftigt sich mit Bäumen, Häusern, Men­schen, Amseln, Bergen, Tortenstücken, Gräsern, Straßen­bahnen. Es beschäftigt sich weniger mit den Ansichten des Dichters über die Welt oder über sich selbst.

Natürlich, auch der Dichter gehört zur Welt. Und er kann sich selbst beobachten, sich so im Text zu einem Beobacht­baren machen. Im Spiegel beispielsweise, mit Marita Bagdahn (Haiku-Jahrbuch 2017, Seite 7):

Vor Omas altem
Kommodenspiegel – ich und
ich und ich und ich …

Auch wenn im Text die Dichterin gleich vier mal erscheint, so bleibt das Haiku doch ganz im Äußeren, Beobachtbaren, Nachvollziehbaren. Ist das Ich im Text überhaupt die Dichte­rin? „Omas Kommodenspiegel“ deutet eher auf ein Kind. Viel­leicht ist es von einem beobachteten Kind aus geschrieben. Oder es ist eine Kindheitserinnerung.

Heißt „die äußere Welt“, dass Gefühle und Gedanken, die doch subjektiv sind, keinen Platz im Haiku haben? Warum muss ich beim „Kommodenspiegel“ dann lächeln, ja lachen? Gefühle werden im Haiku selten direkt benannt. Sie werden allerdings häufig durch das Geschilderte hervorgerufen.

U-Bahnstation
ein Schmetterling öffnet
einen Mädchenmund

Das Haiku von Simone K. Busch (Simone K. Busch (2017): Von Schatten trinken, Seite 24) zeigt das Staunen des Mäd­chens. Das Haiku benennt das Staunen nicht, sondern zeigt es unmittelbar: über den geöffneten Mund. „U-Bahnstation / ein Schmetterling / von einem Mädchen bestaunt“ wäre auch ein Haiku. Aber ein schwächeres. Gerade der direkte Ausdruck des Beobachteten macht die literarische Qualität dieses Textes aus.

Nicht nur Haiku, auch andere literarische Formen gewinnen durch eine solche direkte Herangehensweise meist, werden durch sie lebendiger. Im Haiku wird auf externe Orientierung mit direktem Ausdruck des Beobachteten aber ganz beson­deren Wert gelegt.

Offenheit

Mit dem Lesen des Textes sollte das Haiku noch nicht zu Ende sein. Ein Nachhall, etwas Ungesagtes, offen Gelassenes, weiter zu Dichtendes sollte bleiben.

Ein gutes Haiku ist nicht fertig, sondern geht weiter, wenn der Text zu Ende ist. Die Offenheit der Bilder, ihr Nachhall und der Verzicht des Verfassers auf Deutungen und Reflexionen, lassen den Leser weiterdenken, weitersinnen, mitdichten. Nicht unbedingt mit weiteren Worten, aber mit eigenen Asso­ziationen zu den gesetzten Worten.

Andeutungen und das Spiel mit Assoziationen werden auch in anderen Gedichtformen geschätzt, in vielen Haiku haben sie einen besonderen Stellenwert.

Im klassischen japanischen Haiku waren vor allem litera­rische Anspielungen auf frühere Gedichte wichtig. Im Deut­schen ist das weit weniger üblich. Vielleicht, weil es bei uns keinen überschaubaren Literaturkanon mehr gibt. Und weil Zitate eher abfällig einem Bildungsbürgertum zugeordnet werden.

Stattdessen wird mit dem Klang- und Bedeutungsfeld der Worte und Begriffe gespielt, mit ihrer Atmosphäre, den durch sie ausgelösten weiteren Worten, Bildern, Stimmungen.

Oft wird auf Satzzeichen verzichtet, was Texte meist vager und damit offener für Interpretation macht. Oder es werden Worte nur lose gesetzt, grammatikalisch unverbunden, mit demselben Effekt.

In der Ausstellung –
das Kind malt ein Bild ab,
die Sonne zuerst

Das Haiku von Angelika Wienert (Haiku-Jahrbuch 2003, 1. Ausgabe, Seite 39) beschäftigt den Leser dage­gen über die Bedeutung ihrer feinen Beobachtung. Warum malt das Kind die Sonne zuerst ab? Was sagt das über Aus­stellung und Kind? Unterscheidet sich das Kunstverständnis von Erwachsenen und Kindern? Wie und weshalb?

Natürlich, inwieweit sich jemand von einem Text zum eige­nen Dichten und Denken inspiriert fühlt und inwieweit nicht, hängt von den Vorerfahrungen des Lesers ab, von seinen eigenen existenziellen Fragen, ganz banal auch von seiner momentanen Stimmung und der Umgebung, in der er liest. Bei allen Unterschieden zwischen den Menschen: Haiku mit größerer Offenheit provozieren eine intensivere Beschäftigung des Lesers mit ihnen – so lange die Offenheit nicht so groß wird, dass das Haiku beliebig wirkt, zu wenig Ansatzpunkte für eine Beschäftigung bietet.

Nicht alle Haiku sind offen. Auch Witz und Wortspiel werden von vielen Haiku-Freunden gern geschrieben und gelesen. Fast immer hat sich der witzige Text nach dem Lesen und Lachen aber erschöpft. Das darf sein. An das Wesen des Haiku rühren aber eher offen gehaltene Texte.

Was es nicht gibt

Endreime werden im Haiku nicht verwendet. Das liegt zum einen an der Herkunft des Haiku. Im Japanischen haben Reime sprachbedingt wenig ästhetischen Reiz. Alle japani­schen Wörter enden auf einen der Vokale a, e, i, o, u oder auf die More n. Da es betonte und unbetonte Silben wie bei uns im Japanischen nicht gibt, bedeutet das, dass sich sehr viel reimt und der Reim daher keinen besonderen Reiz ausübt. So sind Übersetzungen japanischer Haiku reimlos. Und von unse­rer eigenen Sprache aus betrachtet: Bei so kurzen Gedichten bekämen Reime ein zu großes Gewicht, sie würden den Text ersticken.

Von vielen Autoren gern verwendet werden dagegen Assonanzen (Anklänge, Halbreime, wie Maus und grau), auch mal Binnenreime (Reime nicht von Zeilenende zu Zeilenende, sondern innerhalb der Zeilen) sowie Alliterationen (Stabreime, gleiche Anfangslaute, wie Wind und Wolke). Die Frage ist immer, ob der Klang das Bild unterstützt oder ob er es zu dessen Ungunsten dominiert und damit verstellt.

In Maßen eingesetzt sind solche Klangtechniken eine Bereicherung. Reime sind es nicht.

Verbindliche Zeilenzahl: Haiku werden im Westen manchmal als Dreizeiler bezeichnet. Zwar bietet sich die Aufteilung auf drei Zeilen bei vielen Haiku satztechnisch an. Zum Wesen des Haiku gehört sie aber nicht.

„Der Haiku als ,Dreizeiler‘ ist eine reine Erfindung des Westens.“ Und: „Der Haiku, der vermeintliche Dreizeiler, ist in seiner ursprünglich intendierten Gestalt ein Einzeiler.“ So Arata Takeda (Zitate aus Arata Takeda (2008): Überschwang durch Überschuss, Seite 27 und 29). Eigentlich ein Einspalter, denn in Japan wird in Spalten geschrieben.

Gegen Einzeiler als Haiku in unserer Sprache lässt sich also nichts einwenden. Außer, dass Einzeiligkeit bei den meisten Haiku des Buchformats wegen unpraktisch ist. Auch Zweizei­ler lassen sich gut begründen, mit Rückgriff auf die beiden Gegenstände oder Sachverhalte, die im Haiku meist gegen­einander gestellt werden.

Vierzeiler machen das kurze Gedicht schon fast unüber­sichtlich, sie sind deshalb sehr selten.

Haiku als Dreizeiler zu schreiben, ist am praktischsten. Verbindlich ist diese Zeilenzahl aber nicht.

Titel oder Überschriften sind nicht gebräuchlich, sie würden den knappen Text zu sehr dominieren. In japanischen Haiku-Büchern kommen manchmal vor oder nach dem Haiku kurze Erläuterungen etwa zum Entstehungsort vor.

 

Die wichtigsten Merkmale des Haiku sind beschrieben. Damit ist das Wesen dieser Form von Dichtung umrissen.

Aber die Darstellung endet hier nicht.

Zunächst folgt noch eine kurze Geschichte des Haiku, dann einige Abschnitte zu Verbindungen des Haiku mit anderen Formen der Dichtung und der Kunst.

Eine Darstellung des Bestehenden reicht aber nicht aus. Die tiefere Auseinandersetzung mit dem Dargestellten sollte das Haiku lebendig werden lassen. Dichtung ist vor allem Kreativität, nicht bloße Bestandsaufnahme. Dem stellen sich die anschließenden Vertiefungen und der Blick zum Horizont.

 


Grundwissen (Übersichtsseite mit Kurzfassung)
Merkmale des Haiku
Kleine Geschichte des Haiku
Haiku und Prosa: Haibun
Haiku und Kettengedicht: Tan-Renga
Haiku und Bild: Haiga
Haiku in Gedichten
Haiku und besondere Orte

Vertiefungen (Auswahl)
Wird ergänzt …

 


Alles angepasst aus dem Buch: Volker Friebel (2019): Das Haiku. Grundwissen – Vertiefungen – der Horizont. Edition Blaue Felder, Tübingen. Alle Rechte vorbehalten. Die Rechte der zitierten Haiku liegen bei ihren Autoren. Ein Klick auf die Schaltfläche führt zum Shop des Druckwerks, wo eine Vorschau eingesehen und das Buch bestellt werden kann.